Presse





Süddeutsche Zeitung - Ebersberg - 8. März 2010
Romantisches Klangbett
Aires de tango verzaubern im Meta-Theater

PDF-Datei



 

 

Süddeutsche Zeitung - Landkreis München - 5. Mai 2008
Sehnsucht und Herzschmerz
„Ars Noah" veranstaltet Walpurgiskonzert in Ismaning

Ismaning Corazon bedeutet Herz. Ein Wort, das beim Tango Argentino immer wieder vorkommt. Denn in den melancholischen Liedern des argentinischen Tangos geht es genau darum - um Herzensangelegenheiten. Die Lieder erzählen von verlorenen Lieben, von Sehnsucht, Heimweh, Armut und Herzschmerz. ...
... wollte man dem Publikum ein ganz spezielles Hörvergnügen bescheren. Das ist den Initiatoren wirklich gelungen. Denn die argentinische Sängerin Sandra Nahabian und der in München gebürtige Gitarrist Martin Ruppenstein begeisterten mit ihren melancholischen und zugleich beschwingten Tango-Liedern. Mit ihrem warmen Mezzo-Sopran umschmeichelte Nahabian ihr Publikum förmlich, wenn sie vom meist traurigen Schicksal der in Buenos Aires gestrandeten Seelen sang. „Wie viele Menschen suchten ihr Glück in Buenos Aires und was sie fanden war Illusion". Sätze wie diese bringen wohl am deutlichsten die Lage der unzähligen Einwanderer wieder, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Schifffahrtsweg in der glückverheißenden Millionenstadt gelandet waren. Nahabian erzählte in ihren Liedern davon, wie all die Träume verflogen. Und so poetisch die Sprache des Tangos auch sein mag, all zu deutlich erinnert sie doch immer an die Tristesse und die Sehnsüchte dieser Menschen. „Ich komme aus einem Viertel, in dem Luxus ein Wagnis war, darum ist mein Herz gen Süden gerichtet". Und mit jedem verflogenen Traum verstärkte sich offenbar die Sehnsucht nach Liebe. Die dann ihrerseits wieder Herzschmerz mit sich brachte: „Mir ist nichts mehr geblieben, nicht einmal mehr der Argentinier, der mich zwischen Mate und Tango mitgehen ließ". Poetische Worte erzählen von der unerfüllten Liebe und dem Vergessen: „Mein Herz ist so schwer, weil ich dich zu vergessen vergaß". Martin Ruppenstein und Sandra Nahabian haben zwar beide viele Jahre in Buenos Aires gelebt und gearbeitet und studiert. Begegnet sind sie sich jedoch erst vor vier Jahren in München. „Es ist ein Luxus, von einem Gitarristen wie Martin Ruppenstein begleitet zu werden", schwärmt die Sängerin. Und sie erzählt von dem großen Unterschied wischen dem gesungenen und dem getanzten Tango. Während man den gesungen Tango in Argentinien überall im Radio hören kann, wird die früher so verpönte getanzte Version auch bis heute nur in einer kleinen Szene zelebriert. Am Ende des Konzertes gab es für die beiden Künstler noch eine kleine Erinnerung an die Walpurgis-Nacht: zwei echte Hexenbesen.

JUTTA OESMANN

__________________________________________________________________________________

Süddeutsche Zeitung - Landkreis München - 16. Oktober 2006
Auf der Suche nach einer Umarmung
„Aires de tango" und Sandra Nahabian entführen in die Barrios von Argentinien

Unterhaching • „Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann". Dieser Satz stammt von Enrique Santos Discepolo, einem der bedeutendsten Tangokomponisten. In seiner Heimat Argentinien, genauer in den Hafenvierteln und Barrios von Buenos Aires und Montevideo, entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Tango Argentino. Er erzählt von sozialer Not, vergangener Liebe und der Sehnsucht nach der Heimat.
In diesen bitter-süßen Kosmos von Verzweiflung und Lebensfreude entführten am Samstagabend im Kubiz die Gruppe „aires de tango" und die argentinische Sängerin Sandra Nahabian ihre Zuhörer.
Zwischen 1880 und 1930 kamen in die Hafenstädte am Unterlauf des Rio de la Plata um die sechs Millionen Einwanderer aus Italien, Spanien und Mitteleuropa, darunter auch zahlreiche Juden. Angelockt hatte sie ein großes Einwanderungsprogramm der argentinischen Regierung, das aber im Zuge des Scheiterns der angekündigten Landreform nicht realisiert werden konnte. Viele Menschen lebten nun auf engstem Raum unter bedrückenden Verhältnissen. Als Ausdruck dieses Lebensgefühls entwickelte sich damals aus der leichten, fröhlichen Milonga - ein Tanz, der im 2/4- oder 4/4-Takt notiert wird - der Tango.
„Nocturna" hieß eine der Milongas, die das Ensemble an diesem Abend präsentierte: Das Stück bestach nicht nur durch den warmen Klang der Stimme Nahabians, sondern auch durch ein merklich flotteres Tempo sowie jazzige Elemente.
Sandra Nahabian wurde in Buenos Aires als Tochter einer Tangosängerin geboren, absolvierte ihre Gesangsausbildung am Teatro Colon, der Staatsoper von Buenos Aires. Nach Engagements im Bereich der Neuen sowie Alten Musik widmet sie sich nun verstärkt der lateinamerikanischen Musik. Dass der Tango ihre Passion ist, konnten die Besucher bei ihren Tanzeinlagen erleben: Der Tango ist die „Suche nach einer Umarmung, nach der Möglichkeit des Zusammenseins, wo der Mann sich als Mann fühlt und die Frau sich als Frau". Mehr als dieses Zitat von Juan Carlos Copes', einem der renommiertesten Tangotänzer der 80er Jahre, ist dazu nicht zu sagen.
Die gekonnten Arrangements des Abends stammten vom Gitarristen des Trios „aires de tango" Martin Ruppenstein. Er hat über zehn Jahre in Buenos Aires gelebt und an der „Escuela de Musica Popular de Avellaneda" Tango, argentinische Folklore sowie Jazzgitarre studiert. Mit dem sehnsuchtsvollen „Corazon al sur", einem Lied über den „ewig währenden Schmerz" namens Heimweh, ließ der mit einer Argentinierin verheiratete Musiker das Publikum ein wenig von seiner Leidenschaft für dieses Land spüren.

FRANZISKA GÜNTHER

 



 

nach oben